Dreckig, aber gewonnen

Endlich die Länderspielpause hinter uns gebracht, ging es am Samstag also nach Bielefeld für unsere Rasenballer. Im Vorfeld wurde wahrlich genug orakelt: Wie wird es ausgehen? Haben wir eine Chance? Gut, gewonnen haben die Arminier bislang nicht zu Hause, aber defensiv stehen sie gut. Und was das für RB des öfteren bedeutet, ist ja bekannt. Also eigentlich alles offen vorm Spiel.

Vorm Anstoß gab es dann erstmal die Schweigeminute in Gedenken an die Opfer in Paris. Im Bild begleitet durch ein Riesenbanner mit der Aufschrift: „Die Ware Fußball ist nicht der wahre Fußball“ – nun denn, was muss, das muss eben.

Mit dem Anpfiff dann hakte scheinbar die Pfeife. Zumindest immer dann, wenn die Leipziger am Ball waren. Zunächst lagen Wortspiele wie Tinnitus und alles Pfeifen sehr nah, nach einer Weile war ich äußerst erfreut, wie man sich das zu Nutze machen konnte: Twittern und immer wenns Pfiff, war klar, dass unsere RBler am Ball waren. Nach einer guten viertel Stunde allerdings brannten den Traditionspfeifen dann wohl aber die Lungen zu sehr, so dass die ungemein euphonische Darbietung mehr oder minder verstummte. Bis hierhin war von Leipzig nicht ganz so viel zu sehen, eher die Arminia mit Vorteilen. Einzig Coltorti ragte hier besonders heraus, indem er seinem Beinamen „Krake“ alle Ehre machte und den Kasten sauber hielt.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde wachte dann auch Leipzig auf und spielte besser, was dann in der 40. Minute zum 1:0 durch Selke führte. In dieser Phase alles andere als zu erwarten, aber umso erfreulicher. Schön durch die Beine und rein da! Kurz darauf gleich noch die nächste dicke Chance, aber letztlich doch fehlendes Glück, gleich noch einen nachzulegen.

Man ging also mit einer Führung in die Halbzeitpause. Nach dem Wiederanpfiff spielten die Leipziger zunächst besser und als dann im parallel stattfindenden Spiel zwischen 1860 München und St.Pauli das 1:0 und kurz darauf das 2:0 für die Gastgeber fiel, waren wir (vorübergehend) sicher wieder auf Platz eins der Tabelle angekommen. Selke war zu diesem Zeitpunkt der quirligste Mann auf dem Platz, an dem ich meine Freude hatte.

Emil Forsberg merkte man dann schon an, dass die Länderspiele ein wenig an ihm zehrten und so wechselte Ralf Rangnick Jung für ein. Nachdem er sich in letzter Zeit nicht sonderlich positiv hervorgetan hatte, war er heute wieder auf der Höhe und Sorgte für Sicherheit und einige schöne Aktionen. Später dann durfte auch Poulsen noch zeigen, dass er ziemlich beeindruckend Fußball spielen kann, war aber wie so oft in letzter Zeit etwas glücklos. Einige schön herausgespielte Szenen fanden letztlich keinen Abnehmer.

Dann plötzlich noch mal Aufregung. Ilsanker arbeitete sich wunderbar vors Tor der Gäste, sein Schuss verunglückte jedoch etwas, so dass der Ball schon geklärt schien. Doch durch den für Leipzig günstigen Spin wurde es doch noch mal gefährlich und es fiel vermeintlich das Tor. Aus Sicht der Leipziger. Arminia hatte jedoch gerade noch so auf der Linie klären können. Schade, da hätte der Deckel drauf sein können, aber gut. Weiterkämpfen.

Gegen Ende wurde das Spiel zunehmend unansehnlicher und war mehr Gestocher als wirkliches Spiel. Und ohne große Vorwarnung wurde es doch noch mal gefährlich für Leipzig, als Fabian Klos in der 90. Minute aus 12 Metern den Abschluss suchte, Coltorti aber mit guter Reaktion und einer Portion Glück den Ausgleich verhindern konnte. Auch hier wieder der Eindruck, dass Fabio heute unglaublich gut und verdammt wichtig für den Erfolg war!

Nach dem Abpfiff war dann das Erfolgserlebnis und (temporär) Platz eins entscheidender, als dass das Spiel nun nicht zu den Hochkarätern gehörte. Aber mann muss eben auch mal dreckig gewinnen und aus wenigen Chancen das beste machen. So gesehen: Perfekt, RB!

Und für diejenigen, die bisher die Zusammenfassung zum Spiel nicht gesehen haben, hier noch mal der Überblick von Bild im Video.

ABOUT THE AUTHOR: vonStein

Macht Fotos, lebt in Leipzig, redet wirr und mittlerweile auch über Fußball. Igitt!

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