#RBLBVB Erster Heimsieg in der Bundesliga!

Wenn vorher einer gesagt hätte, dass RB den Dortmundern sein Spiel aufzwingt, ich hätte ihm nen Vogel gezeigt. Hätte es geheißen, dass RB mehr Schüsse aufs gegnerische Tor bringt als der BVB, ich hätte es nicht geglaubt. Und wenn jemand gesagt hätte: Ihr gewinnt das Ding, das garantiere ich dir, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Am Ende war es dann genau so.

Aber gehen wir doch das erste Bundesliga-Heimspiel mal von Anfang an durch. Zunächst der Weg zur Red Bull Arena. Man merkte in der ganzen Stadt, dass heute etwas Besonderes ansteht. Den Hubschrauber am Himmel kennt man schon. Aber diese Vorfreude, diese Euphorie war greifbar. Wildfremde Menschen wünschten sich viel Spaß und gute Unterhaltung. Selbst „Unverkleidete“ lächelten sich wissend an und nickten sich zu. Und je näher man dem Stadion kam, umso mehr schwarz-gelb mischte sich unter die Leute.

Auf der Festwiese sah es dann fast nach einer kleinen Kartoffelkäferinvasion aus. Aber das Schönste: Absolut friedlich ging es zu. Rund um die Arena dann noch mehr angespannte Vorfreude, Schlangen der Clearingkasse wie sonst an der normalen Tageskasse nicht. Menschen, die noch nach Karten suchten. Ausverkaufter Auftakt eben.

Entsprechend länger dauerte es am Einlass. Besonders ärgerlich für manche, dass Rucksäcke nicht mit rein durften und sie nach langem Anstehen abtreten „durften“. Aber das wurde bereits vorab kommuniziert.

Dann der Gang über den Wall, das Eintauchen ins Wohnzimmer. Die Fülle und gleichzeitig dieses Gefühl von „endlich gehts wieder los“. Die Sommerpause war wirklich lang. Nach kurzem Plausch dann auf zu den Plätzen. Und plötzlich die erste Erkenntnis des Tages: Die Fanhymne (die ich ursprünglich nicht sonderlich begeisternd fand) funktionierte sehr gut. Bei „einmal Leipzig, immer Leipzig“ war das Publikum mitgenommen und die Stimmung fürs Spiel stimmte.

Dann eine Choreo, die wieder einmal großartig war. Tradition feiern können auch wir. Diesmal mit einer riesigen Fahne, die 60 Jahren Zentralstadion huldigte. Sehr schön gestaltet und immer den einen oder anderen Euro in der Choreo-Kasse wert.

Und nun: Der Anpfiff! Scheiß die Wand an! Erste Liga. Hier. Zu Hause. Im Wohnzimmer. Gegen Dortmund. Die A-Elf. Kurz war ich ehrfürchtig sprachlos. Und ich ging davon aus, gleich eine Lawine über unseren RB rollen zu sehen. Aber es kam ganz anders. Der BVB spielte so ungenau wie wahrscheinlich seit Mitte der 90er nicht mehr. Immer wieder ging der Ball verloren, kamen Pässe nicht an oder es war spätestens am Strafraum Schluss. Zwar hatten die Schwarz-Gelben mehr Ballbesitz, allein etwas draus machen konnten sie nicht.

Und so schaute ich zwischendurch immer mal wieder auf die Uhr und dachte: Krass! So lange die Null gehalten. Echt beeindruckend. Und irgendwann fiel mir auf, dass auch Götze mitspielte. Wirklich auffällig war er nicht. Was man vom Schiri nicht sagen konnte. Kleinliches Gepfeife, aber nicht immer erkennbare Linie. Teilweise fragwürdige Entscheidungen. Irgendwie machte sich der Eindruck breit, dass hier tendenziell für den BVB gepfiffen wird. Aber halt subjektive Wahrnehmung.

Mit einem 0:0 ging es in die Pause und es machte sich bei mir so ein Gefühl von „da ist was zu holen heute“ breit. In der zweiten Halbzeit ging es dann weiter wie in der ersten. RB ließ BVB nicht ins Spielen kommen, wenn es doch mal schnell wurde, zeigten sich durchaus Schwächen, aber letztlich wurde durch Kampfgeist einiges wieder wettgemacht. Auffälligster Spieler bei uns bis dahin Timo Werner, der wieder und wieder Druck im gegnerischen Strafraum erzeugte.

Es folgten Wechsel, nach und nach kamen Forsberg, Burke und Keïta. Letzterer war kaum fünf Minuten auf dem Platz, da zeigte das schottische Wunderkind, welches Potential in ihm steckt. Nach einem Pass von Forsberg spielt er den Ball von rechts flach in die Mitte, dort steht Keïta und zwirbelt in der 89. Minute die Kugel unhaltbar ins Dortmunder Tor. Joker eins auf Joker zwei und Joker drei schließt ab. Geht es noch besser?

Spätestens jetzt wurde aus dem Hexenkessel Red Bull Arena der ekstatische Hexenkessel Red Bull Arena. Ohrenbetäubender Jubel, Abklatschen und Umarmungen im gesamten Block. Unfassbar! Kurz vor Schluss den Sieg vor Augen. Die drei Minuten Nachspielzeit hielt es keinen mehr auf dem Sitz; bis zum Abpfiff standen alle. Und dann wieder ein Jubel, wie wir ihn zuletzt beim Aufstiegsspiel hatten.

Angekommen in der ersten Liga, den Vorjahreszweiten besiegt. Einen Championsleague-Teilnehmer bezwungen. Einfach unglaublich! Der Dortmunder Block (den man übrigens während des gesamten Spiels kaum wahrgenommen hatte) leerte sich schlagartig und ich stand da und war einfach nur sprachlos. Phänomenal! Besser gehts nicht! Zwar schaffte es die Mannschaft auch diesmal wieder nicht, sich den Fans im Sektor A noch mal zu zeigen, aber warum auch? Da sitzen ja nur die zahlenden Kasper! Aber Schwamm drüber.

Am Sky Sport Tisch schwadronierte der Lothar noch übers Spiel. Übrigens sehr interessant zu sehen, wie schnell das Team das Set immer auf- und abbaut, aber das nur am Rande. Wir verließen dann auch irgendwann unsere Plätze. Und schon folgte die zweite Erkenntnis: Das Gastrobüro hat zu wenig Kleingeld im Umlauf. Denn beim Abgeben der Becher musste man entweder lange warten oder gleich ein paar Euro drauflegen, um einen Fünfer in die Hand gedrückt zu bekommen. Da wäre dann bargeldlose Bezahlung vielleicht doch angebracht.

Auf dem Nachhauseweg trällerte es dann die ganze Zeit an allen Ecken und im Hinterkopf: „So sehen Sieger aus…“ und es machte sich eine große Zufriedenheit breit. Kann man mal machen! Und jetzt weiter so Jungs!

Danke!

ABOUT THE AUTHOR: vonStein

Macht Fotos, lebt in Leipzig, redet wirr und mittlerweile auch über Fußball. Igitt!

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